stephan waldscheidt, schriftsteller

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Anmaßungen
zu Sprache, Schreiben, Literatur




Anmaßungen

Anmaßungen 2007

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Anmaßungen 2004

Anmaßungen 2003




Wikipedia.de erklärt das Pliozän

»Bis 2004 wurde das Pliozän als letzte Serie des Tertiärs vor dem Quartär angesehen. Dann wurde von Gradstein et al. in ihrer Publikation 'A Geologic Timescale' vorgeschlagen, das Quartär ganz aufzugeben und Pleistozän und Holozän zum Neogen zu stellen. Dies rief jedoch heftigen Widerspruch von Seiten der verschiedenen Quartär-Vereinigungen hervor mit dem Ergebnis, dass das Quartär als System mit den beiden Serien Pleistozän und Holozän erhalten bleibt. Dem Pleistozän wird zudem die oberste Stufe des Pliozäns, das Gelasium zugeschlagen. Die Grenze des Pliozäns zum Pleistozän liegt nun nach dem neuen Vorschlag an der Basis des Gelasiums. Die letztendliche Ratifizierung dieses Vorschlags steht noch aus und wird voraussichtlich 2008 erfolgen.«

Freuen wir uns also auf 2008!

PS: Nach dem Klimawandel soll unser Klima so aussehen wie damals im Pliozän.

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Guter Buchtitel: 'Das Aquanudel-Workout-Buch. You can do it.'

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Bildsprache ist auch eine Sprache - und wer zwischen den Zeilen lesen möchte, der achtet mal darauf, wohin der Mann im Vordergrund und die Dame im Hintergrund ihre Blicke richten.

Württemberger Wein - macht an

Wie wohl das Briefing für die Werber lautete? Württemberger Wein muss sexy werden?

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Das kleine Quiz: Welches gefährliche Gerät stellt solch hohe Sicherheitsanfoderungen an seine Benutzer?

»Personen (einschließlich Kinder), die aufgrund ihrer physischen, sensorischen oder geistigen Fähigkeiten oder ihrer Unerfahrenheit oder Unkenntnis nicht in der Lage sind, das Gerät sicher zu benutzen, sollten dieses Gerät nicht ohne Aufsicht oder Anweisung durch eine verantwortliche Person benutzen.«

Eine Kreissäge? Ein Operationstisch auf einem Lazarettschiff der Bundesmarine? Richtig: Der Gegenstand, der nur von verantwortungsvollen Personen benutzt werden sollte, ist ein kleiner Rührstab zum Aufschäumen von Milch.

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Was geschieht, wenn undeutliche Aussprache und Lektüreverweigerung einen mephistophelischen Pakt eingehen:

Besser faustig als faustisch, zumindest hinter den Ohren

Oder arbeitet Gretchen heute nur noch unter Pseudonym? Bei begründetem Interesse an der vollständigen Telefonnummer: Mail an Waldscheidt.

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Texte sind wie Ballons. Sie dürfen weder zu viel Ballast haben, noch dürfen sie zu leicht sein, um gut beim Empfänger anzukommen.

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»Der Leser ist ungerecht, und er darf es sein. Daran ist nichts zu ändern, aber man muss es wissen. Einen Ausweg gibt es nicht. Dem Leser ist nicht zu entkommen. Er ist überall und nirgends, und schlimmer noch, er kann jede erdenkliche Gestalt annehmenm zum Beispiel die des Felsblocks. Sisyphos glaubte, es sei ein Stein, den er Tag für Tag den Berg hinaufschaffte, um jeden Abend mit ansehen zu müssen, wie er den Abhang wieder hinunterrollte. Camus aber wusste: Dieser Stein war ein Leser. Er kann einen glücklichen Menschen aus uns machen

(Hubert Spiegel, ... wie ein Tier - Dem Leser ist nicht zu entkommen, in: Kursbuch 153)

Wer sonst, wenn nicht der Leser?

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Sich anderen verständlich mitzuteilen ist ein Grundbedürfnis, nicht nur für Autoren. Bei manchen Menschen funktioniert durch eine Schädigung des Hirns dieses Mitteilen nicht mehr oder nicht mehr richtig.

»Aphasie ist eine erworbene Sprachbehinderung. Aphasie heißt wörtlich: 'Verlust der Sprache'. Sie tritt nach einer Hirnschädigung auf. Zum Beispiel nach einem Schlaganfall oder nach einem Unfall.
Ein Aphasiker kann oft nicht mehr so gut sprechen, Sprache verstehen, lesen oder schreiben.
Das Denken und das persönliche Wissen sind dabei aber nicht betroffen.«

Mehr dazu beim Bundesverband für die Rehabilitation der Aphasiker e. V.: http://www.aphasiker.de/

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»Popularität entsteht in der Literatur unter anderem durch mäßige Unanständigkeit

(Friedrich Schlegel)

Dieser Satz trifft sinngemäß auf vieles zu: Es ist diese leichte Abweichung von der Norm oder von der Vollkommenheit, die erst für Schönheit, für Erotik, für alles sorgt, was unser Interesse weckt oder sogar unsere Gefühle. In der kleinen Abweichung erkennen sich die meisten noch wieder - in der groben Verletzung der Norm, in weit abgelegenen Gedanken jedoch finden sich nur noch wenige zurecht.

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»Lachen allein reicht ja nicht. Es kommt darauf an, an welcher Stelle es einem im Halse stecken bleibt.«

(Katja Lange-Müller in der FAZ, 28. August 2007)

Das Interview, aus dem dieses schöne Zitat stammt, enthält auch den dümmstmöglichen Satz, der in einem Autoren-Interview fallen kann, die Bemerkung des Interviewers »So etwas kann man sich doch gar nicht ausdenken.«

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»Frage: Waren Sie verführbar vom Zeitgeschmack?«

»Antwort: Ich war für das Vokabular anfällig, auch wenn ich nicht gewusst habe, dass man das Zeitgeschmack nennt. Ein Schriftsteller darf nicht voreingenommen sein. Es darf in der Sprache keine Rechthaberei geben. Rechthaberei ist das Schlimmste. Nichts ist ohne sein Gegenteil wahr, so lautet meine Formel. Früher habe ich Partei ergriffen, wollte recht haben. Es lohnt sich aber nicht, recht zu haben. Da erfährst du nichts.«

(Martin Walser im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, 09.09.2007)

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Gestern drei Knirpse beobachtet, die sich am Fenster von Burger King die Stupsnasen platt drückten. Einer rief aufgeregt: 'Da ist sie wieder, die Krone. Die Krone! Die Krone von MacDonald's!' Schade, dass niemand aus dem Marketing von Burger King das miterleben durfte.

Was Werber und Schriftsteller gemeinsam haben: Sie versuchen, Namen, Wörter mit Emotionen aufzuladen. Den Werbern gelingt dies zunehmend besser, den Schriftstellern immer schlechter. Will man es sich als Autor leicht machen, gibt man unserer Konsumkultur die Schuld - oder man gibt auf. Wenn nicht, gibt man sich mehr Mühe.

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Um in Deutschland als Schriftsteller erfolgreich zu sein, sollte man nicht zu viel Phantasie einsetzen. Am besten geht immer noch mit ein bisschen Fiktion getarnter Journalismus - siehe die meisten historischen Romane: akribisch recherchiert, armselig erzählt. Schade.

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»Die Art, wie Sie schreiben, scheint die Menschen übrigens zu entzweien. Kürzlich wurde mir ein Abo gekündigt, diese Glossen von diesem Waldscheidt wolle sie sich (eine Frau) nicht länger antun. Eine Freundin, der ich etwas auf Schmierpapier gekritzelt hatte (auf der Rückseite der Ausdruck einer Seite von Schreiben ist gefährlich), will nun unbedingt Ihr Buch [Schreib den verd... Roman] lesen.
Mir gefällt das.«

(Sandra Uschtrin)

Ja, mir auch, Frau Uschtrin. Danke. Wäre ich anmaßend (sic!), würde ich sagen: Das liegt daran, dass es den einen gefällt, wenn sie die Wahrheit lesen, so wie es den anderen missfällt. Vielleicht bin ich ja anmaßend.

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»Ich mag kurze Hauptsätze mit Subjekt, Prädikat, Objekt und mit einem Verb dazwischen, das die Arbeit macht. Lange Nebensätze gehören in die Freizeit, mit ihnen kann man von Reisen in den Süden und von Ehebrüchen erzählen, bei der Arbeit verheddern sich solche Rüschensätze in den Kleidern, und man stolpert auf der Treppe über sie.«

(Kari Hotakainen, Buster Keaton)

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»Handlung wurde ungerechtfertigterweise zu lange auf Genre-Romane delegiert. Eine gute Handlung kann dich unterhalten, begeistern und dein Leben ändern, und daran ist nichts falsch.«

(Jordan E. Rosenfeld)

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»Ein erfolgreiches Buch ist nicht aus dem gemacht, was drinsteht, sondern aus dem, was weggelassen wurde.«

(Mark Twain)

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»Fiction is like lying. How do you lie believably? It's incredibly hard compared to the journalistic process.«

(Sebastian Junger)

Schön, dass mal wieder jemand die Geschichtenerfinder in Schutz nimmt. In Deutschland wird eine Geschichte ja nur noch geschätzt, wenn sie wahr ist oder zumindest auf Tatsachen beruht. Die Fantasie hat in diesem Land keine Lobby.

Ganz von der Hand zu weisen ist dennoch auch das nicht, was Raoul Schrott dazu meint: »Das Vergnügen an der Prosa ist das Fiktive, doch für mich als Leser ist es meist etwas zu Billiges, da es absehbar ist. Die Regeln beim Schachpiel des Fiktiven sind eben bekannt und mit der Zeit auch vorhersehbar, selbst noch beim besten Krimi. Die Möglichkeiten sind eben begrenzt. Die Realität hat aber sehr viel Interesssanteres, vor allem weil sie inkongruenter, zufälliger, indifferenter, kurz chaotischer ist. Diese unvorhersehbaren Sprünge in Fiktion zu überführen, war immer schon Aufgabe von Literatur und Kunst. Dieses Hin und Her bestimmt mich beim Schreiben sehr.«

Wenn diese 'unvorhersehbaren Sprünge' denn glaubhaft geschehen, denn das ist ein Problem der Realität: Sie ist so verdammt wirklich.

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»Eine großartige Geschichte ist Leben, aus dem man die langweiligen Teile entfernt hat.«

(Alfred Hitchcock)

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»The chief difference between good writing and better writing may be measured by the number of imperceptible hesitations the reader experiences as he goes along. The author functions as a kind of forest guide. Does our reader trip over unfamiliar words ... stub his toe on an ambiguous antecedent?«

(James J. Kilpatrick)

Anders gesagt: Reiß deine Leser nicht aus der Geschichte.

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Eine kleine Beruhigung für alle Schreibenden und sonstwie arbeitenden Menschen, die ständig das Gefühl haben, ihre Zeit mit Unwichtigem zu verschwenden:
»Im Ganzen ist mein Zustand der: Ich lebe in einem Mangel an Gedanken und an Gedächtnis, den ich bei einem anderen als idiotisch erklären würde; ich bringe den Tag mit Kleinigkeiten hin, lese mit Wichtigkeit die Post und Zeitung, arbeite etwas im Garten, Momente des Wohlseins verdanke ich der Cigarre und abends dem Wein. Morgens ist der Zustand am elendsten, kein Gedanke möglich als Stumpfheit und Ekel.«
Sagte der nicht gerade als unproduktiv bekannte Hermann Hesse.

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»Eines hat die Forschung sicher herausgefunden: Sprache ist das Instrument, das vom ersten Tag an den Maßstab der kindlichen Entwicklung setzt. Eltern, die mit ihren Kindern nicht reden, kappen deren Lebenschancen. Geld ist wichtig. Reden ist wichtiger.«

(Christine Brinck, Red mit mir! Viel!, DIE ZEIT Nr. 19/2007, http://images.zeit.de/text/2007/19/Kindersprache)

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Der Kritiker Dennis Scheck beklagt (Chrismon 04/2007), unter Kulturbeflissenen werde als kleinster gemeinsamer Nenner die Parole ausgegeben, es solle mehr gelesen werden. Er sei sich da nicht so sicher: »Sind denn auch alle Köche dafür, dass mehr gegessen wird? Und alle Winzer, dass mehr getrunken wird? Sollte statt mehr nicht eher Besseres gelesen und meinetwegen auch gegessen und getrunken werden?«

Schön gesagt, Herr Scheck. Aber kennen Sie Restaurant-Kritiker, die das Essen, das ihnen nicht schmeckt, einfach in einen Trog neben ihrem Tisch kippen? So wie sie es mit den Büchern tun, die Ihnen nicht gefallen.

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Bei Springer erscheint eine Fachzeitschrift für Psychologie mit dem schönen Titel Journal of Happiness Studies. Wenn Sie wissen möchten, WHAT DO HAPPINESS STUDIES STUDY?, klicken Sie hier.

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Der Ernährungswissenschaftler Udo Pollmer nennt in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung das Grundprinzip erfolgreichen Geschmacksdesigns: Mehr Speichel erzeugen als verbrauchen. Fürs unterhaltsame Schreiben (also für jedes Schreiben, liebe 'Literaten') gilt das entsprechende.

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Die evangelische Kirche, auch sprachlich nahe am Bürger - versteht doch jedes 4,5 Jahre alte Kind, die Antwort ...

»Mein Patenkind, viereinhalb Jahre alt, hat mich gefragt, warum die Menschen Jesus gekreuzigt haben. Er hätte doch nur Gutes getan. Was kann ich diesem Kind darauf antworten, ohne es zu überfordern?«
(Leserin)

»Sehr geehrte (Leserin), zunächst ist es wichtig, darauf hinzuweisen, dass Jesus Opfer der damaligen politischen und religiösen Machtverhältnisse ist. Er ist nicht aus freien Stücken in den Tod gegangen, sondern hat große Ängste ausgestanden, als er Verfolgung und Tod auf sich zukommen sah. Wichtig ist auch der Gedanke: Jesus wollte ganz und gar Mensch sein, sich die Höhen und die Tiefen des Lebens nicht ersparen. Dass er der Verurteilung, der Folter und dem Kreuzestod nicht auswich, hat ihn auf die Seite der verfolgten Menschen gestellt. Seine Botschaft ist so radikal vom Gedanken der Liebe erfüllt, dass er viele Menschen und Instanzen gegen sich aufbringen musste. Auch dadurch, dass man Gutes tut, kann man andere gegen sich aufbringen.
Mit freundlichen Grüßen,« (Chrismon, Das evangelische Magazin)

(gefunden auf www.chrismon.de/religionfe.php)

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Dünne Bücher sind die Modells der Buchbranche, das Schönheitsideal, das von den Machern vertreten, aber von den Nutzern meist nicht geteilt wird. Der Leser steht auf Bücher, die gut beieinander sind, auf üppige Formen. Und wie in der Mode sind auch die dünnen Bücher oft die ungesünderen.

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Früher gab es 'Beutelbücher': Leser trugen ihr Buch im Beutel - und damit ihre Bildung zur Schau. Später wurde das Buch in Bibliotheken an die Kette gelegt (die sog. libri catenati), um dem zunehmenden Bücherklau Einhalt zu gebieten.In den Südstaaten der USA mussten Sklaven, die ihren Leidensgefährten Lesen und Schreiben beibringen wollten, damit rechnen, aufgeknüpft zu werden.

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»Manche Menschen lesen auch auf der Straße ... wie die Tiere.«

(Kurt Tucholsky)

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»Vielleicht muß man Karl May durchmachen wie die Masern.«

(Marcel Reich Ranicky)

Ich hatte beides: die Masern und eine grüne Palette im Regal aus über fünfzig Büchern mit Old Shatterhand, Kara Ben Nemsi und Hadschi Halef Omar Ben Hadschi Abbul Abbas Ibn Hadschi Davud Al Gossarah (ich hoffe, der Name ist richtig geschrieben) et al. Die Masern waren schlimmer, May jedoch nachhaltiger. Ob auf gute oder auf schlechte Weise, das kann ich nicht entscheiden.

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Bücherrad von Agostino Ramelli
Abb.: Das Bücherrad von Agostino Ramelli.
Mehr dazu bei Wikipedia.

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»Wer hinter den Hunden reitet, kann nicht vor die Hunde gehen

(Ein Aufkleber 'pro Treibjagd', gesehen auf einem Auto. Hat mich erstaunt, dass es das in Deutschland gibt.)

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»Eine Ära gelebter Teppichleidenschaft geht zu Ende!«

(Mein Lieblingssatz der Woche, aus dem Prospekt eines Teppichhändlers)

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Die Leser wollen Geschichten, in denen sie bereits gefangen sind, und nicht Geschichten, in denen sie gemeinsam mit dem Erzähler entkommen. Das schreibt Richard Flanagan in 'Goulds Buch der Fische'. Und Gould hat weitere Zitate zum Schreiben parat:

»Dass ein Buch nicht abschweifen soll, hat mir noch nie eingeleuchtet, und selbst Gott hält sich in Seinen Geschichten nicht an dieses Gebot, sondern ordnet die 26 Buchstaben so, wie es ihm gefällt, und herauskommt oft genug Q.E.D. und eben nicht A-B-C.«

»Vielleicht sind Lesen und Schreiben letzte Reservate menschlicher Würde, denn am Ende erinnern uns diese Tätigkeiten an etwas, das einst Gott selbst uns ins Bewusstsein rief: dass wir mehr sind, als wir sind, dass wir eine Seele haben. Und noch mehr.Oder vielleicht auch nicht.«

»Ich hatte mich in der tröstlichen Überzeugung an die Arbeit gemacht, aus Büchern spräche die göttliche Weisheit höchstselbst, und war am Ende zu der fadenscheinigen Ahnung gelangt, dass alle Bücher grandiose Torheiten sind, dazu verdammt, ewig missverstanden zu werden.«

»Ein Bild, ein Buch kann bestenfalls so etwas wie eine offene Tür sein, die einen einlädt, ein leeres Haus zu betreten, und wenn man dann drin ist, muss man sich die Sachen selbst zusammenreimen, so gut es eben geht.«

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(c) Stephan Waldscheidt 1997-2009

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